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Wer sind wir
Kurz-Chronik unseres Vereins bis 1980
Die Gründungszeit des Sportfischer-Vereins Hersel.e.V. liegt trotz der relativ kurzen Zeit, die seither vergangen ist, weitgehend im Dunkeln. In den Nachkriegswirren von 1945 wurden die gesamten Vereinsunterlagen der Vorkriegszeit von den Amerikanern beschlagnahmt und tauchten seitdem nie wieder auf. So war es nur durch eingehende Recherchen bei unseren ältesten Vereinsmitgliedern überhaupt möglich, das Gründungsdatum unseres Vereins auf 1930 festzusetzen.
Nur aus den Erzählungen dieser ältesten Mitglieder, wie den Gebrüdern Dohmgörgen (Eintrittsjahr 1942) oder Franz Witte (seit 1946 dabei), kennen wir daher die Situation unseres Vereins und die Geschichte der Fischerei am Rhein aus dieser Zeit.
Damals war der Rhein noch ein Naturparadies. Bei Hersel und auf der vorgelagerten Insel tummelten sich sonntags die Ausflügler, die selbst aus dem Vorgebirge an den Strom kamen. Unzählige unter Pappeln und Weiden am Ufer abgestellte Fahrräder zeugten von der Beliebtheit Hersels als Ausflugsziel. Zu den Sandstränden Mondorfs war für Badelustige eine Ruderfähre in Betrieb. Hobbyanglern und Berufsfischern bot der Rhein ein gutes Fanggebiet.
Heutzutage kann man sich kaum noch vorstellen, mit welchem Gerät man damals die Fische aus dem Rhein holte.
Die Hobbyfischer benutzten damals Bambusruten und Korkschwimmer. Wo das Geld nicht ausreichte, auch einfache Weidenruten, die man sich am Ufer selbst schneiden konnte.
Die Berufsfischer dagegen arbeiteten mit sogenannten Tretschnetzen. Das waren große Fischnetze, die an einem Mast befestigt waren und mit einer Handkurbel - ähnlich wie mit einem Flaschenzug - ins Wasser gelassen wurden. Andere benutzte Fangvorrichtungen waren Seidenschnüre, an denen zahlreiche Haken auf einmal befestigt waren, nicht selten bis zu 400 Stück. Gefangen wurden hauptsächlich Barben und Rotaugen.
Die Angelgeräte nahmen die Fischer damals nicht mit nach Hause oder brachten sie zu jedem "Fischzug" wieder mit an den Rhein. Sie wurden vielmehr direkt am Ufer aufbewahrt in kleinen Häuschen, die nach den Netzen "Tretschhäuschen" hießen. Am Rheinufer in Hersel gab es sieben solcher Tretschhäuschen.
In jener Zeit - wenige Jahre nach der Gründung - erhielt unser Verein einen großen Mitgliederzuwachs, da die Auflage bestand, daß alle Hobbyangler in Vereinen organisiert sein mußten.
In der Kriegszeit wurde der Rhein für alle Vereinsmitglieder, die nicht eingezogen waren, zu einer echten Versorgungsmöglichkeit für ihre Familien. Als es kaum noch Nahrungsmittel gab, war man froh, sich ein Essen aus dem Rhein holen zu können. Die Fischerei wurde damals von einem Hobby zur Daseinsgrundlage. Das gesellige Leben im Verein dagegen hörte nahezu ganz auf. Es lebte erst wieder auf, als der Krieg und die Besatzungszeit vorbei waren. Man hatte einiges nachzuholen. Unter den Vereinsvorsitzenden Franz Stollenberg, Albert Voosen, Karl Langohr, Franz Witte und Christoph Gehlen, entwickelte sich das lange verschüttete Gesellschaftsleben der Herseler Sportfischer wieder. Geselligkeiten wurden organisiert und der Zusammenhalt der Vereinsmitglieder neu begründet.
Da der Rhein selbst mehr und mehr verschmutzt wurde, und man seinen Fang nicht mehr auf den Tisch bringen konnte, sahen sich die Herseler Fischer nach anderen Möglichkeiten um. In den 60er Jahren begann man mit den Hochsee-Angelfahrten, die seither zu einer festen Tradition in unserem Verein geworden sind. Alljährlich zum Vatertag fahren Mitglieder unseres Vereins für vier Tage nach Heiligenhafen in Schleswig-Holsten zum Hochseeangeln auf der Ostsee. Auf kleinen Kuttern werden sie aufs Meer hinausgefahren und stehen dann dicht nebeneinander, mit ihren Angelruten an der Reeling, um trotz Wind, Wetter und manchmal hohem Seegang, Dorsche und Hornhechte hereinzuholen.
Als sich diese Fahrten im Laufe der Jahre zunehmender Beliebtheit erfreuten, kam man auf die Idee, auch auf die Nordsee hinauszufahren. So begannen unsere Tagesfahrten auf die Nordsee, an den Küsten Hollands und Belgiens, bei denen hauptsächlich Makrelen gefischt werden.
Seit 1974, unter dem Vorsitzenden Christoph Gehlen, ist der Aspekt der Sportfischerei in unserem Verein wieder stärker in den Vordergrund getreten. 1973 wurde die Interessengemeinschaft der Sportfischer gegründet und der Gemeinde Bornheim die Anerkennung unseres Vereins als förderungswürdige Institution vorgeschlagen. 1974 war die Anerkennung dann da - zwei Jahre bevor 1976 erstmals der Wanderpokal des Bürgermeisters der Gemeinde Bornheim ausgeangelt wurde. Der Sportfischerverein Hersel e.V. gewann 1976 den Pokal.
1974 erhielt auch der erste Fischerkönig seit dem zweiten Weltkrieg seinen Titel. Eine neue ununterbrochene Fischerkette wurde gebildet, die seither folgende "Majestäten" gekührt hat:
1974 - Peter Weiler
1975 - Christoph Gehlen
1976 - Georg Wyrwa
1977 - Richard Zolper
1978 - Christian Schneider
1979 - Peter Schöneshöfer
Im Jahr unseres 50-jährigen Vereins-Jubiläums (1980) hatte unser Verein 72 Mitglieder. 17 davon waren unter 18 Jahre alt. Der jüngste passionierte Hobbyfischer in unserem Verein war damals erst 13 Jahre alt, der älteste war mit 77 Jahren weit über die Pensionsgrenze hinaus.
So verbindet der Fischerverein Hersel auch heute noch Menschen mit demselben Hobby über mehrere Generationen hinweg.
Alles, was seit dieser Zeit in und mit unserem Verein geschehen ist, wird an dieser Stelle demnächst weiter berichtet werden.
bis dann.